Es gibt viele Geschichten aus meinem Leben, die ich zu erzählen habe. Was meinen Werdegang jedoch nachhaltig geprägt hat, sind grundlegende Dinge. Werte, die für mich wichtig sind und bleiben. Überzeugungen, die mich privat sowie politisch formen. Lernen Sie mich und was mich antreibt hier ein bisschen besser kennen.

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Meine Familie

Meine Eltern haben hier bei Null angefangen. Sie sind aus Ostpreußen geflohen und haben am Fuße der Schwäbischen Alb ihre zweite Heimat gefunden: in Spaichingen, wo ich am 17. Mai 1948 geboren wurde. Unser Leben war damals nicht einfach. Aber wir haben es geschafft. Mein Vater hat dann seine erste Stelle als Lehrer bekommen. Ich bin nicht nur zu ihm in die Schule gegangen, sondern später selbst Lehrer geworden. Eine gute Bildung ist das Wichtigste, was wir unseren Kindern mit auf den Weg geben können. Deshalb arbeite ich an einem Bildungssystem, das jedem Kind die Chance gibt, etwas aus seinem Leben zu machen und seine Talente zu entfalten. Denn unsere Kinder sind unsere Zukunft. Wenn ich heute meinen kleinen Enkel auf dem Arm habe, dann sind alle großen Probleme weg. Die Familie – die ist mir schon sehr wichtig.

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Meine Liebe zur Natur

Es war die Liebe zur Natur, die mich zu den Grünen gebracht hat. 1979 habe ich die baden-württembergischen Grünen mitbegründet und 1980 wurde ich in den Landtag gewählt. Heute kann ich als Ministerpräsident meine Liebe zur Natur in praktische Politik gießen. Ein Höhepunkt meiner bisherigen Amtszeit war deshalb auf jeden Fall die Schaffung des ersten Nationalparks des Landes. Das war mir eine Herzensangelegenheit: 10.000 Hektar wilde Natur im Nordschwarzwald, die sich frei und ungestört entwickeln kann. Das fasziniert mich und ist ein Gewinn für unser Land. Auch heute gehe ich, wann immer es mein Terminkalender zulässt, mit meiner Frau raus in die Natur. Beim Wandern wird nicht nur der Kopf frei, man bekommt auch allerlei geboten: den weiten Blick vom Gipfel sowie das Detail am Wegesrand – Pflanzen, Insekten und anderes Getier. Alles zusammen ein wunderbares Naturerlebnis.

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Mein Glauben und Zweifeln

Glaube und Kirche haben in meinem Leben immer eine wichtige Rolle gespielt. Er gibt mir als Christ Halt. Auch wenn ich mich als zweifelnden, fragenden Gläubigen bezeichnen würde, befreit er mich von allem selbstgesetzten und gesellschaftlichen Druck. Im Gegensatz zur Politik ist vor Gott gut, was gut gemeint ist. Ich habe den Glauben in vielen Ausprägungen erlebt: in der Freiheit eines liberal-katholischen Elternhauses ebenso wie in der Enge eines katholischen Internats. So hat es auch Brüche in meinem Leben gegeben. Gerade als ich mich während meiner Studentenzeit in linksradikalen Gruppen verirrt habe. Die Philosophie von Hannah Arendt hat mir geholfen, mich aus diesem engen Denken zu lösen. Sie sagt: „Grundlage aller Politik ist die Pluralität des Menschen.” Deshalb gibt es so viele unterschiedliche Lebensmodelle und Bedürfnisse. Die Bürgerinnen und Bürger wollen mitreden und mitentscheiden. Ich möchte dafür sorgen, dass sie das können: mit einer Politik des Gehörtwerdens. Denn nicht dort, wo die Menschen sich einmischen ist die Demokratie bedroht, sondern dort, wo sie sich abwenden von den öffentlichen Angelegenheiten. Daran glaube ich. Ohne jeglichen Zweifel.

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Mein Antrieb

Wer wie ich in Baden-Württemberg aufgewachsen ist und lebt, der weiß, wie sehr der Geist der Tüftler und Denker zur DNA unseres Landes gehört. Beim Besuch von Unternehmen und im Gespräch mit Ingenieuren, Mechanikern oder Gründerinnen bin ich jedes Mal von ihrer Innovationskraft fasziniert. Sie zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg immer wieder aufs Neue erarbeitet werden muss. Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben – nach diesem Motto möchte ich wirtschaftlichen Erfolg und Ökologie verbinden. Dabei ist die Wirtschaft unser natürlicher Verbündeter. Längst haben viele Unternehmen erkannt, dass grüne Technologien nicht nur gut für die Umwelt sind, sondern weltweit ein riesiger Wachstumsmarkt sind. Das ist enorm wichtig, Denn ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir Nachhaltigkeit und Klimaschutz nur dann werden realisieren können, wenn wir zeigen, dass sich in diesen großen ökologischen Herausforderungen auch große ökonomische Chancen verbergen.

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Meine Verpflichtung

Wir Grüne haben frischen Wind in den in den Landtag gebracht, als wir Anfang der 80er ins Parlament eingezogen sind. Die harten Oppositionsbänke haben mein Denken geprägt und mir gezeigt, dass es sich lohnt, an seinen Überzeugungen festzuhalten. Erste „Regierungserfahrung“ sammelte ich, als mich der damalige hessische Umweltminister Joschka Fischer 1986 ins erste grüne Umweltministerium holte – eine prägende Erfahrung. Die Kenntnisse, die ich damals erworben habe, nutzen mir bis heute. Am 27. März 2011 dann die historische Wende in unserem Land. Seither haben wir bewiesen, dass wir unser Land unter meiner Führung verlässlich und erfolgreich regieren können. Baden-Württemberg ist in einer hervorragenden Verfassung – nie war es wirtschaftlich so stark, so modern, lebendig und innovativ wie heute. Daran möchte ich als Ministerpräsident die nächsten fünf Jahre weiterarbeiten – beharrlich, wertorientiert und pragmatisch.

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