„Fünf Dinge, die mich geprägt haben.“

erzählt von Winfried Kretschmann, Ministerpräsident

Mehr erfahren

Willkommen. Anderen Menschen etwas über sich zu erzählen, ist nicht immer ganz einfach, kann man doch immer nur aus seinem eigenen Blickwinkel erzählen. Darum möchte ich hier auch die Menschen zu Wort kommen lassen, die ihr Leben mit mir teilen. Das sind nicht nur meine engen Vertrauten, Familie, Freunde und politische Wegbegleiter, sondern auch Sie, die Menschen in Baden-Württemberg.

Unterschrift Winfried Kretschmann

...und wie würden Sie meine Geschichte erzählen?

Es gibt vieles, das wert ist, erzählt zu werden. Was ist für Sie ausschlaggebend? Wir haben für sie wichtige Momente, Anekdoten, Zitate und Fakten gesammelt – wählen Sie aus, was Ihnen wichtig ist und stellen Sie ihre Geschichte über mich zusammen.

1

Stöbern und Lesen

2

Geschichte zusammen­stellen

3

Eigene Seite erstellen und teilen

Der Link zu Ihrer Geschichte wird nicht öffentlich auf dieser Website gelistet.
Sie allein entscheiden, wer den Link bekommt.

Wählen Sie eine Überschrift und fünf von den untenstehenden Elementen aus und stellen Sie so ihre Geschichte zusammen.

Vorheriges Nächstes

Flüchtlings­familie Kretschmann

Die Kretschmanns waren Flüchtlinge aus Ostpreußen

Die Eltern von Winfried Kretschmann waren Flüchtlinge. „Meine Eltern sind aus Ostpreußen geflüchtet. Ein älterer Bruder ist als Säugling auf der Flucht gestorben“, berichtet Kretschmann. Er selbst kam dann schon in Spaichingen zur Welt und war das erste Kind in der Familie, das schwäbisch gesprochen hat. „Aus der frühen Kindheit blieb mir in Erinnerung, dass wir arme Flüchtlinge waren, die in wenig komfortablen Unterkünften hausten – bis mein Vater dann die erste Lehrerstelle bekam.“ Es war also keine eine einfache Zeit, aber die Familie hat es geschafft. „Baden-Württemberg ist meine Heimat geworden, durch und durch. Auch aus dieser persönlichen Erfahrung heraus weiß ich um die Schwierigkeiten, die bei der Integration der Flüchtlinge auf uns zukommen, aber eben auch um die Chancen.“

Der gläubige Skeptiker

Ich gehöre zur Gruppe der gläubigen Skeptiker oder der skeptischen Gläubigen. Es ist ja auch nicht verwunderlich für einen gelernten Biologen, der Anhänger der Evolutionstheorie ist. Kretschmann, Ex-Kommunismus plus Kruzifix – diese quarkigen Klischees nerven mich zuweilen.

Winfried Kretschmann

Kretschmann, der Narr

Winfried Kretschmann beim närrischer Staatsempfang im Schloss.

Er ist Besitzer der goldenen Narrenschelle, einer Katzenschwanzmütze und einer Stockacher Laufnarrenkappe: Winfried Kretschmann ist ein überzeugter Narr. „Meine Mutter war eine große Fasnachtsnudel. Sie hat uns schon als kleine Kinder verkleidet, kaum dass wir laufen konnten“, erinnert sich der Ministerpräsident. „Und in Riedlingen bin ich in die schwäbisch-alemannische Fasnacht richtig sozialisiert worden. Ich war dort im Internat, das einen Fanfarenzug gestellt hatte. So bin ich in die Fasnet hineingeraten und ihr bis heute treu geblieben als Narr.“ Als Ministerpräsident ist Kretschmann auch Zielscheibe der närrischen Kritik. „Was wäre die Fasnet, wenn man nicht über Politiker herziehen könnte?“ Für Kretschmann kein Problem: „Das muss man aushalten können, denn das ist nicht immer charmant.“

Linksradikale Verirrung

Winfried Kretschmann studierte Biologie und Chemie auf Lehramt. In diese Phase fiel auch – so Kretschmann – „die Zeit meiner linksradikalen Verirrung im Kommunistischen Bund Westdeutschlands“. Eine Erfahrung, die Kretschmann bis heute beschäftigt: „An dem Irrtum knapse ich mein Leben lang.“ Das Anziehende war für ihn ursprünglich das Libertäre an der Achtundsechziger­bewegung gewesen. Die Realität war dann aber ein enges, autoritäres Denken. „Wenn ich heute aus dem Hauptbahnhof komme und die Zeugen Jehovas mit dem Wachturm stehen sehe, dann denke ich: Genauso standest du damals mit der Kommunistischen Volkszeitung vor irgendeinem Betrieb im Regen.“ Wie kam Kretschmann wieder raus aus der Politik-Sekte? „Da hat mir geholfen, dass ich die bürgerlichen Halteseile nie gekappt hatte, von der Kirchenmusik bis zum Schützenverein. Meine Schützenkameraden haben sich damals köstlich darüber amüsiert, dass sie einen linksradikalen Studenten dabeihatten, und wilde Debatten mit mir geführt.“

Das Evangelium heute

Immer weniger Menschen sind Kirchenmitglieder, immer weniger Menschen besuchen Gottesdienste. Dennoch sieht Winfried Kretschmann das Evangelium mehr denn je als lebendig an – auch wenn das nicht immer offensichtlich sei. „Die Ideale des Sozialstaats oder der Bewahrung der Schöpfung oder der Würde des Menschen, das sind doch durchgreifende Erfolge der Evangelien in der heutigen Welt.“ Da braucht es keinen christlichen Stempel, damit es dem Geist des Neuen Testaments entspricht.

250 Millionen Euro für den Breitband-Ausbau

Mehr Breitband

250 Millionen Euro für den Breitband-Ausbau

Beim Ausbau des schnellen Internets sind wir Spitze – wir treiben ihn mit 250 Millionen Euro bis 2018 noch weiter voran.

Der Gründer­geist des Silicon Valley

Umweltminister Franz Untersteller, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Wirtschaftsstaatsekretär Peter Hofelich vor der Golden Gate Bridge in San Francisco

„Was mich vor allem begeistert hat, ist der enorme Gründergeist. Der Wille, etwas Neues in die Welt zu setzen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach einer gemeinsamen Reise mit Unternehmern und Wissenschaftlern ins Silicon Valley. „Da wird nicht gefragt, woher einer kommt, sondern wohin er will.“ Studierende lernen schon an der Uni, wie Start-up-Kultur geht. Es gibt so viele Möglichkeiten, den Gründergeist auszuleben, unterstützt von Finanziers, die bereit sind, für eine vielversprechende Geschäftsidee, Geld zur Verfügung zu stellen. Dabei wird viel mehr gewagt und auch verloren. Aber Scheitern ist keine Schande, jeder hat eine zweite Chance verdient.

Zum Wachstum von Gras

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Winfried Kretschmann mit einer Weisheit buddhistischer Mönche über politische Entwicklungen, die nicht so schnell vorankommen, wie erhofft.

Kretschmann und das Smartphone

Das Smartphone ist längst ein selbstverständlicher Teil des Lebens, natürlich auch für den Ministerpräsidenten. Dabei ist Winfried Kretschmann kein großer Fan dieses Geräts. „Ich habe damit beruflich so viel zu tun, dass ich froh bin, wenn ich mich privat mit dem Ding nicht beschäftigen muss.“ Nur beim Wandern, da hat er es doch wieder gerne dabei. Dann lässt er sich die zurückgelegte Strecke anzeigen oder macht ein Foto einer besonders schönen Orchidee, die er auf dem Weg entdeckt.

Landesvater Kretschmann

Winfried und Gerlinde Kretschmann bei der Ankunft im Staatsministerium

Landesvater – am Beginn seiner Amtszeit als Ministerpräsident hat sich Winfried Kretschmann mit dieser Zuschreibung schwergetan. „Er war mir zu paternalistisch und zu altmodisch“, so Kretschmann. „Jetzt finde ich ihn in Ordnung, weil es bei den Bürgern ein starkes Bedürfnis danach gibt.“ Dahinter stecke der Wunsch nach Besonnenheit in einer Zeit, die die Leute als krisenhaft empfinden. „Besonnenheit ist eine der Kardinaltugenden. Zusammen mit Mut, Gerechtigkeit und Klugheit sind diese vier Tugenden nicht umsonst auf den öffentlichen Raum gemünzt. Wenn die Zeiten anders sind, haben die Leute auch gerne mal politische Boxkämpfe, wollen wissen, wer der Gewinner ist. Aber die Zeiten sind nicht so.“

Joschka Fischer als Chef

Das war eine harte Schule. Fischer war kein leichter Chef, er hatte einen unerbittlichen Führungsstil. Vor kurzem hat er bei einer Rede zum 25-jährigen Bestehen des Umweltministeriums in Stuttgart gesagt, er hätte mich eigentlich damals nicht in sein Ministerium holen sollen. Denn ich hätte immer über die langen Linien diskutieren wollen, während er sich gefragt hätte: Wie überstehe ich den nächsten Tag? Aber ohne diese Erfahrung in Hessen könnte ich mein Amt nicht so ausführen, wie ich es heute tue. Da habe ich sehr viel übers Regieren gelernt.

Winfried Kretschmann über seine Zeit als Grundsatzreferent des damaligen hessischen Umweltministers Joschka Fischer

Ökonomie & Ökologie

Selfie mit Winfried Kretschmann auf der Hannover-Messe

Die Versöhnung von wirtschaftlichen Erfolg und ökologischer Verantwortung – das treibt Winfried Kretschmann um. Und das ist ein Kernmotiv seiner Wirtschaftspolitik. „Wer, wenn nicht eine starke Industrieregion wie Baden-Württemberg kann Vorreiter eines nachhaltigen Wachstums sein.“ Für Kretschmann ist klar: Mit grünen Ideen lassen sich schwarze Zahlen schreiben, „Dabei ist die Wirtschaft unser natürlicher Verbündeter. Nur sie kann grüne Technologien umsetzen, Autos sauberer und Maschinen ressourcenschonender machen – und damit wichtige Zukunftsmärkte erobern.“ Daher ist es für Winfried Kretschmann auch kein Zufall, „dass ausgerechnet in einem industriellen Kernland wie Baden-Württemberg ein Grüner Ministerpräsident ist. Das passt ausgezeichnet.“

Visionen oder Halluzinationen?

Gilt Winfried Kretschmann schon als Realo, so war Helmut Schmidt der Inbegriff des Realpolitikers. Doch natürlich gibt es Unterschiede zwischen dem Sozialdemokraten und dem Grünen. Mit Schmidts Aussage „Wer Visionen hat, gehört zum Arzt“ kann Kretschmann so gar nichts anfangen. „Da hat Helmut Schmidt Visionen mit Halluzinationen verwechselt.“ Visionen seien in der Politik sogar nötig, um ein Ziel zu haben, das es zu verfolgen gilt. Eben diese Visionen tragen die Grünen bis heute und prägen auch ihre Regierungspolitik – in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern.

Auf dem richtigen Weg

Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei der Übergabe seines neuen ökologischeren Dienstwagens vor dem Neuen Schloß

Stattliche 340 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer: Das war die Bilanz des Dienstwagens von Stefan Mappus, Ministerpräsident a.D. Ein solches Auto passte natürlich überhaupt nicht zum ersten grünen Ministerpräsidenten. Mit jedem neuen Dienstwagen verbesserte Winfried Kretschmann seine Umweltbilanz – immer aus der heimischen Autoschmiede mit dem Stern. Inzwischen ist er bei nur noch 65 Gramm angekommen. Sein Wagen ist ein Plug-In Hybrid, also ein Auto mit Elektroantrieb – gespeist natürlich aus Ökostrom – und Verbrennungsmotor. Für die ganz kurzen Strecken nutzt der Ministerpräsident ein Brennstoffzellenfahrzeug, ebenfalls im Land gebaut. „Man könnte denken, das haben sie mir zuliebe gemacht: ein cooles, grünes Auto.“ Es passt einfach zusammen: eine starke und innovative Wirtschaft, die grüne Ideen umsetzen kann.

Provinz­politiker

Ich bin ein Provinzpolitiker. Das ist einfach die Wahrheit. Mich hat es nie nach Berlin gezogen.

Winfried Kretschmann

Transparenz in der Villa Reitzenstein

Winfried Kretschmann begrüßt Besucherinnen und Besucher in der Villa Reitzenstein

Villa Reitzenstein, Amtssitz des baden-württembergischen Ministerpräsidenten. Seit 2013 wurde das Gebäude saniert, im Herbst 2015 zogen Regierungschef Winfried Kretschmann und sein Staatsministerium wieder in das Gebäude ein. Lange Jahre waren das Gebäude und der zugehörige Park für die Bürger tabu. Die grün-geführte Landesregierung hat sich Transparenz auf ihre Fahnen geschrieben. Ein kleiner Baustein in diesem veränderten Politikstil: Im Oktober 2013 öffnete der Hausherr zum ersten Mal den Park für einen Tag für Besucher. Höhepunkt war eine ganz besondere Führung durch den Park – geleitet von einem ehemaligen Biologielehrer namens Winfried Kretschmann.

Die Enge des katholischen Internats

Winfried Kretschmann verbracht einige Jahre in einem katholischen Internat.

Nach der Grundschule hat Winfried Kretschmann bis zur zehnten Klasse ein katholisches Internat in Riedlingen in Oberschwaben besucht. Eine harte und prägende Erfahrung. „Dort war damals einfach alles verboten: Uns Jugendlichen wurde bei ,Vergehen‘ wie selbstverständlich mit dem Fegefeuer und der Hölle gedroht. Wir durften uns noch nicht einmal am Sonntag in der Stadt aufhalten. Wenn wir spazieren gehen wollten, dann hieß es „per oppidum“, bloß schnell durch die Stadt hindurch.“ In der Enge dieser klerikalen Welt war Winfried Kretschmann kreuzunglücklich. „Bei mir entwickelte sich zu dieser Zeit eine richtige Abscheu gegen Autoritätsstrukturen, die auf Gewalt und Angstmache gründen. Irgendwann habe ich es an diesem schlimmen Ort einfach nicht mehr ausgehalten.“ Kretschmann zog wieder nach Hause und wechselte auf das Gymnasium nach Sigmaringen.

Krawatten in Reserve

Ein Markenzeichen von Winfried Kretschmann: Die grün gemusterte Krawatte. Selten sieht man ihn ohne. In der Regierungszentrale hat er immer eine ganze Ladung Schlipse in Reserve, weil er sich immer bekleckere. „Schon meine Mutter hat immer gesagt: «Du kannst nicht essen.»“ Von Kretschmanns Krawattenfundus hat auch schon der heutige Kanzleramtsminister Peter Altmaier profitiert: Beim Mittagessen mit Kretschmann bekleckerte sich Altmaier seine Krawatte. Der Ministerpräsident half aus. Und so trat Altmaier nach dem Essen mit einem grün-weiß gestreiften Binder vor die Presse.“

260 ausländische Berufsabschlüsse werden anerkannt

Bessere Integration, mehr Fachkräfte

260 ausländische Berufsabschlüsse werden anerkannt

Die Vielfalt der hier lebenden Menschen bereichert dieses Land. Wir erleichtern die Anerkennung rund 260 ausländischer Abschlüsse wie Ingenieur*in, Erzieher*in oder Krankenpflegehelfer*in – wichtig für Integration und Fachkräftesicherung.

Staatsfeinde und Paradiesvögel

„Nehmen wir einmal an, es wäre richtig, was Sie sagen …“: So begann der damalige Ministerpräsident Lothar Späth Anfang der 1980er Jahre oft seine Reden, um dann den Grünen Abgeordneten eine Lektion in Realpolitik zu erteilen. Kretschmann empfand diese „Lektionen“ als eine durchaus produktive Art der Auseinandersetzung. Viele der Politiker-Kolleg*innen sahen die Grünen wahlweise als Staatsfeinde oder als Paradiesvögel an, jedenfalls als eine kleine Protestpartei, die ohnehin bald wieder verschwinden würde.

Unterstützen Sie uns mit einer Spende

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie uns, damit Baden-Württemberg weiter auf Zukunftskurs bleibt – ökologisch, ökonomisch und sozial. Unterstützen Sie Winfried Kretschmann, damit wir weiterhin mit den Bürgerinnen und Bürgern – mit Ihnen – die Politik des Gehörtwerdens umsetzen können.

Vielen Dank! So bleibt Baden-Württemberg auf Zukunftskurs.

Termine

Bündnis 90 die Grünen Baden-Württemberg